Handwerk Welsberg: „Nur Lippenbekenntnisse"

Besonders die Jugendarbeitslosigkeit und die schwierigen Bedingungen für Betriebe bei der Lehrstellenvergabe war eines der großen Themen bei der Jahresversammlung der Welsberger Handwerker im lvh. Diskutiert wurden im Rahmen des Treffens aber auch andere wichtige wirtschaftliche Themen wie Förderpolitik und die Bauprojekte auf Gemeindeebene. Man war sich einig, dass vor allem die politischen Entscheidungsträger noch ihre Hausaufgaben zu machen haben, um die Rahmenbedingungen für die Kleinbetriebe zu erleichtern.

welsberg ov_800„Es ist auch für uns Handwerksbetriebe nicht leicht, wenn uns immer wieder Eltern mit ihren Kindern aufsuchen und um eine Lehrstelle anfragen und wir sie ohne Zusage wieder verschicken müssen", bedauerte Edmund Brandlechner, lvh-Ortsobmann von Welsberg. „Aber die schwierigen Rahmenbedingungen und die teils widrigen Gesetze beim Jugendschutz schrecken viele Unternehmer ab. Man überlegt es sich sehr genau, ob man die Verantwortung auf sich nehmen kann. Die Strafen sind sehr hoch", erklärte Brandlechner und betonte, dass die Politik hierbei dringend handeln muss. „Die Mütter weinen", brachte er den Sachverhalt auf den Punkt und erzählte von persönlichen Gesprächen mit Betroffenen. „Im Verband haben wir das Problem schon lange erkannt und betonen immer wieder die Dringlichkeit des Themas. Bis dato hat die Politik auf Staats- und Landesebene aber wenig Sensibilität für diese wichtigen Anliegen", so Brandlechner. Für die Gemeinderatswahlen hoffte er, dass sich einige Handwerker als Kandidaten zur Verfügung stellen, damit zumindest auf Gemeindeebene die Interessen des Handwerks stärker vorgebracht werden können.

Noch kein Sinneswandel zu erkennen

Auch lvh-Präsident Gert Lanz kritisierte die Politik, die in Lippenbekenntnissen zwar von der Wichtigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen rede, aber bei konkreten Entscheidungen dann oft genau das Gegenteil tue. Hier, so Lanz, sei weder auf Staats- noch auf Landesebene ein echter Sinneswandel zu erkennen. Jüngstes Beispiel seien die Beamtenvorschläge zum neuen Landesraumordnungsgesetz, die total an der Realität der Betriebe in den Dörfern vorbeigingen. Ebenso diskriminierend sei die geplante Neuausrichtung der Förderpolitik im Handwerk, bei der mehr als 80% der kleinen Betriebe vom Zugang zu Förderungen ausgeschlossen würden. Lanz dankte den Betrieben für ihre wertvolle Arbeit als Fundament und Stütze der Gesellschaft und betonte, dass ohne das Handwerk sehr viele Strukturen gar nicht existieren würden. „Wohnkomfort, Mobilität, Energieversorgung und unzählige andere Dienste, die uns einen hohen Lebensstandard sichern, sind ohne das Handwerk gar nicht möglich", so der Präsident. Die wichtigste Aufgabe des lvh als Verband sei es, so Lanz weiter, gerade diese Werte und Erfahrungen der unterschiedlichen Handwerksunternehmen zu bündeln, die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren und den Mitgliedsbetrieben das Wirtschaften zu erleichtern. „ Das ist eine tägliche Herausforderung, der wir uns im Verband nach besten Kräften stellen", so Lanz.

Wichtige Tiefbauarbeiten in Welsberg geplant

Bürgermeister Albin Schwingshackl unterstrich seine Wertschätzung für die örtlichen Handwerksbetriebe und ihren unersetzbaren Beitrag für das Dorf- und Gemeinschaftsleben. „Die Bürokratie und Rechtsunsicherheit bringt auch die Gemeindeverwaltungen in Bedrängnis", so Schwingshackl. Der Bürgermeister informierte, dass im Gemeindegebiet für 2015 einige wichtige Tiefbauarbeiten mit der Breitbandanbindung angepeilt werden. Die dafür vorgesehenen 2,5 Millionen Euro können noch im Herbst verbaut werden, wenn die Verwaltung des Fernheizwerks dem Sammelpunkt für Welsberg/Gsies zustimme und die Baukommission dem Ausführungsprojekt für Welsberg grünes Licht erteile", gab Schwingshackl bekannt.

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