Werden Anliegen entschiedener klarmachen!

LVH-Ortsversammlung Welsberg Taisten

Zahlreiche Themen standen kürzlich bei der Hauptversammlung der LVH-Ortsgruppe von Welsberg und Taisten auf der Tagesordnung. Die schwierige Wirtschaftslage, die öffentlichen Ausschreibungen, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die Arbeitssicherheit bildeten dabei die Schwerpunkte. Außerdem wurden die Handwerker über die wichtigsten rechtlichen und steuerlichen Neuheiten informiert und über das Projekt „WIR" aufgeklärt.

 

Brandlechner Edmund OO Welsberg Taisten 298„Das vergangene Wirtschaftsjahr ist insgesamt gesehen nicht schlecht verlaufen", verkündete LVH-Ortsobmann Edmund Brandlechner. Dann fügte er aber noch an, dass einige Berufssparten und bisher als ziemlich sicher eingeschätzte Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. „Wir hoffen aber alle, dass das begonnene Jahr wieder mehr Positives bringt. Und hoffentlich können die Menschen wieder Vertrauen schöpfen", sagte Brandlechner und nahm dabei Bezug auf die aktuellsten Geschehnisse in der Südtiroler Politik, die für die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen nicht sehr förderlich gewesen seien, sagte Brandlechner.

Bürgermeister Albin Schwingshackl lobte die alljährliche Aktion der Handwerker, den Mittelschülern die verschiedenen Berufe im Handwerk vorzustellen und näherzubringen. Bei der Breitbandanbindung, so der Bürgermeister, sei man auf sehr gutem Wege. Was die öffentlichen Aufträge angeht, hoffte Schwingshackl, könne sich durch Vereinfachungen im Internetportal und dem neuen Landesvergabegesetz schon bald etwas verbessern. Die Entscheidung einer Gemeindeverwaltung zwischen Übergabe als Gesamtauftrag, einer Ausschreibung in Lose und Gewerke oder einer passenden Kombination von beiden, werde auch in Zukunft von Fall zu Fall verschieden und immer genau zu prüfen sein, meinte der Bürgermeister.

Bezirksobmann Paul Niederkofler informierte über die Geschehnisse auf Bezirksebene. Ein besonderes Anliegen ist dem Bezirksobmann, die Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltungen zu intensivieren, um in den Bereichen Raumordnung, Baugenehmigungen und öffentliche Ausschreibungen die gesetzlichen Spielräume zum Vorteil der Bauwerber und der heimischen Handwerker besser nutzen zu können. Niederkofler berichtet auch über seine Teilnahme an einer Informationsveranstaltung zur Arbeitssicherheit, bei der die Staatsanwaltschaft und das Arbeitsinspektorat über die strengen Auflagen aufklärten. Niederkofler kritisierte, dass die Behörden viel praxisorientierter informieren müssten und das Prinzip „beraten statt strafen" nicht gesetzlich verankert ist. „Wir werden den Verantwortungsträgern unsere berechtigten Anliegen entschiedener klar machen, sonst wird die Politik weiter untätig bleiben", so Niederkofler.

Über das Entwicklungsprojekt „WIR - Wirtschaftsentwicklung in Randgemeinden durch Einbezug der Jugend" gab LVH-Mitarbeiterin Nadine Pichler Aufschluss. Die nun vorliegenden Ergebnisse des Projektes geben Aufschluss darüber, wie es auch in Zukunft gelingen kann, Jugendliche besser in das Erwerbsleben zu integrieren, die Abwanderung in die Zentren zu verhindern und in den ländlichen Gemeinden lohnende Perspektiven und Chancen für die heranwachsende Jugend zu schaffen. Sehr interessant waren folgende Erkenntnisse: Mehr als die Hälfte der landesweit über 900 befragten Jugendlichen gaben an, dass sie auch in Zukunft in ihrer Heimatgemeinde leben möchten. Sie schätzen die intakte Natur, die sozialen Bindungen, die Ausbildung und den Arbeitsplatz vor Ort. Erstrebenswert erscheint vielen Jugendlichen auch ein handwerklicher Beruf, besonders jene, wo Kreativität, Geschicklichkeit, und der Umgang mit den neuen Medien gefragt sind, meinte Schwingshackl.

LVH-Mitarbeiter Peter Tratter informierte über die Neuheiten im Steuer-und Arbeitsrecht. Positiv sei die Verlängerung der Steuerabsetzmöglichkeiten bei Bausanierungen für das ganze Jahr 2014, ebenso die Neuregelung der Registersteuer, die den Erwerb der Erstwohnungen etwas entlastet. Ebenso zu begrüßen sei, so Tratter, die Förderung der Eigenkapitalbildung der Unternehmen sowie die kürzere Abschreibungszeit bei Leasingverträgen. Die Inanspruchnahme der außerordentlichen Lohnausgleichskasse für Handwerksbetriebe, die einen starken Auftragsrückgang zu verzeichnen haben, ist im laufenden Jahr weiter möglich.

Im Bild: Ortsobmann Edmund Brandlechner

 

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