Schutzmarke für Kunsthandwerk feiert 40 Jahre

Schutzmarke für Kunsthandwerk feiert 40 Jahre

 Vor 40 Jahren haben einige Grödner Bildhauer gemeinsam mit der Handelskammer Bozen die Schutzmarke im Kunsthandwerk eingeführt. Mit einem Festakt am Stetteneckplatz in St. Ulrich haben die Berufsgruppe Kunsthandwerk im LVH und Vertreter der Handelskammer am 5. August den 40. Geburtstag der Schutzmarke gefeiert.

"Die Schutzmarke hat dem Kunsthandwerk in Gröden das Überleben gesichert", zog Norbert Insam, Obmann der LVH-Berufsgruppe Kunsthandwerk, in seiner Ansprache vor über 250 Zuschauern und Ehrengästen Bilanz. Die Marke kennzeichnet ausschließlich von Hand geschnitzte Holzbildhauarbeiten. An über 162.000 Skulpturen, allesamt Einzelstücke, sei die Marke bisher angebracht worden.

Der Obmann der Bildhauer im LVH, Gregor Mussner, ging auf die Entstehung der Marke ein. Die Idee dazu hatten die Bildhauer Luis Senoner, Luis Piccolruaz und der mittlerweile gestorbene Flavio Pancheri. Im Jahr 1969 führten sie die Marke gemeinsam mit der Handelskammer Bozen ein, die seither Marke und Echtheitszertifikat vergibt. Mit dem Aufkommen der Maschinenschnitzerei ab den 50er Jahren in Südtirol sei diese Unterscheidung notwendig geworden, so Insam.

Als Höhepunkt des Festaktes haben Insam und Mussner zusammen mit Handelskammer-Präsident Michl Ebner die Marke auf einer fünf Meter hohen Holzskulptur angebracht. Die Skulptur von dem Grödner Bildhauer Walter Pancheri ging aus einem Ideenwettbewerb hervor und wird künftig am Ortseingang von St. Ulrich stehen.

In seinen Grußworten bezeichnete Handelskammer-Präsident Michl Ebner die Einführung der Schutzmarke als "wichtigen Meilenstein für den Grödner Holzbildhau". Dieser habe das Tal weit über die Grenzen Südtirols bekannt gemacht und Einkommensmöglichkeiten im Tal geschaffen. Die Marke garantiere die Unterscheidung von händisch und maschinell gefertigten Holzbildhauarbeiten. Mit Sorge betrachtete Ebner den Rückgang von früheren 6000 auf zuletzt 2000 zertifizierten Kunstwerken im Jahr.

"Vom Grödner Kunsthandwerk profitiert nicht nur das Tal selbst, sondern ganz Südtirol", zeigte sich LVH-Präsident Walter Pichler überzeugt. Er unterstrich die handwerkliche Qualität des Grödner Kunsthandwerks, das durch die Schutzmarke hervorgehoben werde.

Bürgermeister Ewald Moroder bezeichnete das Kunsthandwerk als zweite Säule des Tales neben dem Tourismus. "Damit das Kunsthandwerk weiterhin unser Aushängeschild sein kann, braucht es jetzt einen Anschub, denn die Zahl der Holzbildhauer ist in den letzten zehn Jahren gesunken", so Moroder.

Nach dem Festakt am Stetteneckplatz besichtigten die Gäste eine Fotoausstellung über die Grödner Kunstwerkstätten. Im Kulturhaus "Luis Trenker" wurde anschließend der neue Film über die Geschichte des Grödner Kunsthandwerks vorgeführt, eine Gemeinschaftsarbeit der LVH-Berufsgruppe mit der RAI.

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