Alternative Finanzierung: Crowdfunding für Start-ups und KMUs

Gestern Abend fand in der Handelskammer Bozen eine Informationsveranstaltung zum Thema „Innovative Finanzierungsformen für die KMU: Das Crowdinvesting und die wichtigsten ergänzenden Instrumente“ statt. Mit Vorträgen und Praxisbeispielen informierten Expert/innen die Anwesenden über alternative Finanzierungsmöglichkeiten, die speziell für Start-ups und Klein- und Mittelbetriebe nützlich sein können.

Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen, Kathrin Pichler, lvh – Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, Alessandro Scutti, StarsUp und Flavio Notari, John Cabot University.Eine Hürde bei der Innovationsfähigkeit von Unternehmen – und insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – ist die Verfügbarkeit von Kapital, um innovative Ideen und Projekte zur Marktreife voranzutreiben und diese dann zu kommerzialisieren. In jüngster Zeit nutzen KMU und Start-ups neben den herkömmlichen Finanzierungsmöglichkeiten wie Banken, privaten Investoren oder Venture-Capital-Firmen vermehrt auch die Möglichkeit, über Online-Communities Geld zu akquirieren. Diese neue Form der Kapitalbeschaffung nennt sich „Crowdfunding“ und erlaubt es Unternehmen, einen direkten Aufruf über das Internet an die Öffentlichkeit, die „Crowd“, zu starten, um so genügend Geld für ihre innovativen Vorhaben zu beschaffen. Entweder die Unterstützer/innen spenden das Geld oder sie bekommen für ihren Beitrag eine vorab definierte Gegenleistung.

Beim gestrigen, von der Handelskammer Bozen organisierten Treffen wurden die Interessierten umfassend über die alternativen Finanzierungsformen zum herkömmlichen Bankkredit informiert und die besten verfügbaren Möglichkeiten wurden vorgestellt. Die Veranstaltung richtete sich an die Südtiroler Unternehmen, mit dem Ziel die Funktionsweise des „Crowdfunding“ und weiterer Finanzierungsinstrumente zu veranschaulichen sowie den Austausch mit den anwesenden Vortragenden anzuregen.

Nach der Begrüßung durch den Vizegeneralsekretär der Handelskammer, Luca Filippi, referierte Alessandro Scutti vom Online-Crowdfunding-Portal „StarsUp“ zum Thema „Vom Crowdfunding zum Invoice trading“. Kathrin Pichler vom lvh - Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister zeigte den Anwesenden ein konkretes Beispiel von „Crowdfunding“ auf und Flavio Notari von der John Cabot University in Rom schloss den Abend mit einem Vortrag zu weiteren innovativen Finanzierungsformen für KMU ab.

„Crowdfunding kann wie ein Produkt-Vorverkauf gesehen werden. Ein Unternehmer präsentiert seine Idee, z.B. eine neuartige Lampe, auf einer Internetplattform und definiert ein Finanzierungsziel, das beschreibt wie viel Geld er braucht, um die Lampe herzustellen. Anschließend kann die Bevölkerung innerhalb von ca. 8 Wochen die Lampe vorbestellen. Ist das Finanzierungsziel erreicht, so kann die Produktion starten. Crowdfunding ist somit ein tolles Instrument, um einen Markttest zu machen und die eigene Bekanntheit zu steigern. Gleichzeitig braucht es aber auch viel Zeit und Einsatz von Seiten des Unternehmers oder der Unternehmerin, um die Bevölkerung vom eigenen Vorhaben zu überzeugen“, berichtet der geschäftsführende Präsident des lvh - Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister Martin Haller.

Der Handelskammer Bozen ist es ein Anliegen, die Unternehmer/innen auch über alternative Finanzierungsmöglichkeiten umfassend zu informieren. Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen, betonte die Bedeutung dieser Finanzierungsmöglichkeiten besonders für kleinere Unternehmen: „Crowdfunding ermöglicht es Klein- und Mittelbetrieben, neue Ideen zu verwirklichen, zu denen ihnen auf traditionellem Wege oft die finanziellen Mittel fehlen.“

Weitere Auskünfte erteilt die Handelskammer Bozen, Ansprechpartnerin Monika Frenes, Tel. 0471 945 541, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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