Beitragsstopp in der Wirtschaft: Die Hintergründe

Einschneidende Änderungen in der Förderpolitik der Landesregierung haben in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Einen umfassenden Überblick zur aktuellen Fördersituation in Südtirol bot der lvh – Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister im Rahmen von drei Informationsabenden für Betriebe.

 

lanz vertikal 298Die Landesregierung beschloss am 18. März 2014 die teilweise Aussetzung der Annahme und Behandlung von Beitrags- und Finanzierungsansuchen in der Wirtschaft. Aufgrund der zahlreichen Unklarheiten und Neuheiten hat der lvh drei Informationsabende organisiert, bei dem die Betriebe sämtliche Informationen zum Thema erhielten. Nicht mehr gestellt werden können Anträge für Beiträge für betriebliche Investitionen, für Beratung und Weiterbildung sowie Anträge im Rahmen von Sonderförderaktionen (wie Mietzuschüsse, Asbestabbau, ...). Auch Finanzierungsanträge an den Rotationsfonds für betriebliche Investitionen werden nicht mehr angenommen, wie auch die Anträge für Ankauf und Erschließung von Gewerbegründen. Als Grund für diesen Beitragsstopp wird der dringende Handlungsbedarf der in diese Richtung bestand genannt.
Die Wartezeiten auf die Auszahlung der bereits genehmigten Ansuchen liegen derzeit bei circa zwei Jahren - mit steigender Tendenz, außerdem haben sich die noch auszuzahlenden Summen angehäuft. Im Bereich Beiträge sind es derzeit fehlende Geldmittel von rund 180 bis 200 Millionen Euro.
Die neue Landesregierung sieht in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung. Neue gezielte Schwerpunkte sollen gesetzt werden, das Thema Steuererleichterungen kommt hier ebenso ins Spiel wie eine Stärkere Nutzung der EU-Förderprogramme. „Wir hoffen, dass die Landesregierung die strategische Neuausrichtung der Förderpolitik zügig vorantreiben und den Betrieben somit ein klares Zeichen der Sicherheit und Zuversicht geben wird. Jetzt müssen wir gemeinsam nach vorne schauen und uns aktiv in die richtungsweisenden Debatten einbringen" unterstrich lvh-Präsident Gert Lanz. Diese Aussage unterstützte auch Erwin Pardeller, Direktor im Amt für Handwerk, der auf jene Beiträge verwies, die vorerst aufrecht bleiben. „Dazu zählen die Förderungen in den Bereichen Export und Internationalisierung sowie Finanzierungen aus dem Rotationsfonds für neue Unternehmensgründungen, Betriebsübernahmen und Betriebsnachfolge und für Stundungen von Darlehensraten", so Pardeller. Vor allem im Bereich Innovation, Forschung und Entwicklung sind Ansuchen für die verschiedensten Projekte zugelassen. Gefördert werden unter anderen Durchführbarkeitsstudien zur Vorbereitung eines eigentlichen Forschung- und Entwicklungsprojektes, Produktzertifizierungen ebenso wie Zertifizierungen von Qualitätssystemen und Beratungsdienste von Dritten im Bereich Innovation.
„Weiter aktiv gefördert sollen auch die Garantiegenossenschaften werden. Beratung und natürlich Garantieleistungen für Investitionen und Kredite bietet für kleine und mittlere Handwerksbetrieben die Garantiegenossenschaft Garfidi", so Lanz.

Im Bild: lvh-Präsident Gert Lanz

 

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