Auswirkungen von Telematiksystemen auf das Kfz-Handwerk

Ab 2015 sieht eine EU-Verordnung fahrzeuggestützte intelligente Sicherheitssysteme vor. Welche Auswirkungen solche elektronische Vorrichtungen in Fahrzeugen auf das Kfz-Gewerbe haben, war Thema der diesjährigen Jahresversammlung der Kfz-Techniker und Karosseriebauer im lvh.

 

JV KFZ Karrosserie 2014Fortlaufend werden neue elektronische Sicherheitssysteme für Fahrzeuge entwickelt, die von Kollisionsvermeidungs- und Bremsassistenzsystemen bis hin zu Spurhalteassistenzsystemen gehen. Diese Vorrichtungen greifen aktiv in das Fahrgeschehen ein, die Gefahren vermeiden sollen, indem zum Beispiel die Bremse betätigt wird, wenn das Fahrzeug zu dicht auf ein langsamer fahrendes Auto auffährt oder indem Warnsignale gegeben werden, wenn das Fahrzeug die Spur verlässt. Ab Oktober 2015 ist in Europa zum Beispiel das Telematiksystem e-Call Pflicht, das im Falle eines Unfalls eigenständig einen Anruf an die Notfallzentrale auslöst. Ziel dieser Systeme ist es, sofortige Hilfe bei Verkehrsunfällen herbei zu holen und die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Welche Rolle die Kfz-Techniker und Karosseriebauer in Bereich dieser neuen Systeme einnehmen können und wollen, wurde bei der diesjährigen Jahresversammlung der Kfz-Techniker und Karosseriebauer im lvh diskutiert, zu der Dietmar Mock, Obmann der Kfz-Techniker und Gregor Gross, Obmann der Karosseriebauer in den Betrieb Auto Hofer in Klausen eingeladen hatten. „Obwohl es sich hierbei um sehr wertvolle Systeme handelt, haben diese den Nachteil, dass über die Telematik der direkte Kontakt zwischen Kfz-Techniker bzw. Karosseriebauer und den Kunden verloren geht, zumal diese Meldungen direkt zum Fahrzeughersteller gehen", erklärte Neofitos Arathymos, Hauptreferent und Geschäftsführer der Abteilung Technik, Sicherheit und Umwelt des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. In Deutschland wurde bereits ein Konzept entwickelt, das das Kfz-Handwerk auch weiterhin direkt involvieren soll. „Auch wir wollen in diese Richtung arbeiten. Es soll auch in Zukunft möglich sein, dass der Fahrzeuginhaber sich an den Kfz-Techniker und Karosseriebauer seines Vertrauens wenden kann", sind sich Gross und Mock einig.
Gäste der sehr gut besuchten Versammlung waren außerdem lvh-Präsident Gert Lanz, lvh-Vizepräsident Giorgio Bergamo, lvh-Vorstandsmitglied Petra Holzer, lvh-Vorstandmitglied sowie SAG-Präsident Manfred Huber, Ehrenpräsident Walter Pichler, Ing. Claudio Gelmi und Werner Kolhaupt vom Amt für Motorisierung, Berufsschuldirektor Josef Haspinger sowie Bernold Weithofer, Obmann der Maschinenbaumechaniker und Werkzeugbauer im lvh.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden den Blauschild-Betrieben die Zertifizierungsurkunden überreicht und der WM-Teilnehmer Markus Gasser geehrt.

Im Bild: Die Jahresversammlung erfreute sich eines großen Mitgliederandrangs.

 

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