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01.08.2010     /  Home

Berufsmatura genehmigt


Grünes Licht für die Berufsmatura und Oberstufenreform gab's am 4. Februar 2010 vom Ministerrat in Rom. Während die Reform im restlichen Staatsgebiet bereits im Herbst starten soll, wird sie in Südtirol im Schuljahr 2011/12 umgesetzt.

Für Südtirol bringt das Gesetz eine weitere, sehr wichtige Neuerung: Die Berufsschulmatura ist mit diesem Beschluss Realität. Südtirols Berufsschulen werden also dazu berechtigt, ein fünftes abschließendes Schuljahr vorzusehen und mit einer Maturaprüfung abzuschließen. Es handelt sich um eine vollwertige Reifeprüfung, die zum Universitätsstudium berechtigt.

In Italien wird die Reform ab dem Schuljahr 2010/2011 umgesetzt.Die staatlichen Vorgaben sehen vor, dass die Oberstufe auf drei Säulen ruhen soll: den Gymnasien, den Fachoberschulen sowie den berufsbildenden Schulen. Die Vielzahl an Fachrichtungen wird also eingeschränkt: Derzeit gibt es 13 Typen von Gymnasien, 18 Fachoberschulen, elf Lehranstalten und eine breite Palette an berufsbildenden Schulen.

Die drei Säulen sollen gleichwertig sein, was vergleichbare Bildungsstandards und größtmögliche Durchlässigkeit bedeutet. Sie werden auf fünf Jahre ausgerichtet und mit einer Matura abschließen.

"Berufsmatura ist Meilenstein für Gleichwertigkeit der Bildungswege"
 
LVH-Präsident Walter Pichler
"Die Berufsmatura ist ein Meilenstein für die Lehre und den beruflichen Ausbildungsweg, da sie den Berufsschülern den direkten Weg zur Matura und zu einem Universitätsstudium öffnet. Damit haben Berufsschüler künftig diesselben Möglichkeiten wie Absolventen von Oberschulen", freut sich LVH-Präsident Walter Pichler über den Beschluss des römischen Ministerrats zur Einführung der Berufsmatura. 
 
Für den LVH bedeutet die Berufsmatura eine zusätzliche Aufwertung der Berufsbildung. "Bereits bisher entscheidet sich jeder dritte Jugendliche nach dem Besuch der Mittelschule für eine Lehre oder Berufsfachschule", sagt Pichler. "Diese Zahl wird künftig steigen, weil nun der berufliche Ausbildungsweg auch für jene Jugendlichen attraktiv ist, die sich für einen Beruf interessieren und zugleich die Maturaprüfung ablegen wollen."
 
Seinen Dank richtet der LVH an den früheren Berufsbildungslandesrat und Landeshauptmannstellvertreter Otto Saurer, der die Berufsmatura in Südtirol auf den Weg gebracht hat, sowie an die Südtiroler Vertreter in Kammer und Senat in Rom. "Die Südtiroler Parlamentarier haben an der Berufsmatura hartnäckig festgehalten und an dieses gemeinsame Ziel geglaubt, dadurch war die Genehmigung möglich. Wir freuen uns, dass der Ministerrat in Rom das Prinzip der Berufsmatura als wertvolle zusätzliche Bildungsmöglichkeit für die Jugendlichen erkannt hat", erklärt LVH-Direktor Hanspeter Munter.
 
Die Berufsmatura wurde von Otto Saurer gemeinsam mit LVH-Direktor Hanspeter Munter, der damals Landtagsabgeordneter war, als Gesetz eingebracht. Nach der Genehmigung im Südtiroler Landtag am 5. März 2008 folgten Kompetenzstreitigkeiten mit Rom, die nun mit dem gestrigen Ministerratsbeschluss beigelegt sind.
 

04.02.2010, 00:00

 
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