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| Rund 60 Handwerker, die Verbandsspitze und Vertreter der Politik kamen
zur LVH-Bezirksversammlung nach Latsch. |
Der LVH-Bezirksobmann des Oberen Vinschgaus, Erhard Joos,
und sein Amtskollege im Unteren Vinschgau, Andreas Nagl, konnten rund 60
Handwerker sowie die LVH-Spitze, Gastreferenten und Ehrengäste aus Politik und
Wirtschaft zur Bezirksversammlung in Latsch begrüßen.
Joos, der die Versammlung moderierte, unterstrich die
Bedeutung der Handwerksbetriebe im Tal. "Die Betriebe sichern Arbeitsplätze,
bilden Lehrlinge aus und erwirtschaften einen beträchtlichen Teil von Gemeinde-
und Steuereinnahmen", sagte der Bezirksobmann. Rund 950 Handwerksbetriebe gibt
es im Vinschgau, die insgesamt circa 3500 Mitarbeiter beschäftigen. Landesweit
ist jedes dritte gewerbliche Unternehmen ein Handwerksbetrieb.
Joos ersuchte die Landesregierung, den Ausbau des
Breitbandnetzes im Oberen Vinschgau voranzutreiben. Unterstützung erhofft er
sich von der Politik auch bei den neuen staatlichen Auflagen zur
Abfallentsorgung, dem elektronischen System "Sistri" und dem Verzeichnis der
Umweltfachbetriebe.
Kritik an den steigenden Auflagen und der Bürokratie
äußerte Bezirksobmann Nagl. Zu den genannten Problemen führte er einige Auflagen
im Bereich der Arbeitssicherheit wie Stressbewertung und Drogentest an sowie die
SOA-Zertifizierung und die Bürokratie bei öffentlichen Aufträgen. "Diese
bürokratischen und finanziellen Belastungen zehren sehr an den Klein- und
Mittelbetrieben und senken unsere Wettbewerbsfähigkeit", betonte Nagl.
Lehrlingszahlen
rückgängig
Weiters sprach der Bezirksobmann Nagl die rückläufigen
Lehrlingszahlen im Vinschgau an. "Die Lehrlinge sind unsere Fachkräfte von
morgen, und wir Unternehmer müssen wieder mehr Jugendliche für das Handwerk
begeistern", betonte Nagl. Die Auftragslage für die Betriebe bezeichnet der
Obmann zurzeit als gut, Er lobte das Projekt in der Gemeinde Laas zur Förderung
der Altbausanierung und die Kooperation der Handwerksbetriebe in Schnals.
Bei den Wortmeldungen übten die Handwerker Kritik an dem
Lkw-Fahrverbote über den Fernpass in Tirol. Um Fahrzeugkolonnen auf der
Vinschgerstraße zu vermeiden, schlugen sie die Schaffung von Ausweichstellen
vor.
Gastreferentin Annemarie Pircher Friedrich, Professorin am
Management Center Innsbruck, hielt einen Vortrag zum Thema "Sinn- und
werteorientierte Führung". Wer in seinem Unternehmen Bestleistung fordert, müsse
den Mitarbeitern Sinn bieten, dies fördere die Motivation, so die
Referentin.
LVH-Präsident Gert Lanz dankte den Obmännern und
Ausschussmitgliedern für ihren Einsatz und stellte das im Februar neu gewählte
LVH-Präsidium vor. "So wie bei einer guten Betriebsübergabe möchten wir neue
Ideen in den Verband bringen und gleichzeitig auf das viele Positive aufbauen,
das in den letzten Jahrzehnten geleistet wurde." Für den LVH-Präsident gehe es
vor allem darum, das Handwerk für neue wirtschaftliche Herausforderungen zu
rüsten.
Bürokratiereduzierung um 20
Prozent?
Landesrat Richard Theiner und der Landtagsabgeordnete
Josef Noggler sprachen Grußworte und lobten die Leistungen der Handwerksbetriebe
im Bezirk. Wirtschaftslandesrat Thomas Widmann unterstrich den Einsatz der
Handwerker und Unternehmer bei der Überwindung der Wirtschaftskrise. Der
Vorschlagskatalog des LVH zum Bürokratieabbau werde derzeit von der
Landesregierung geprüft. Ziel sei eine Reduzierung der Bürokratie um 20 Prozent,
wo es in der Kompetenz des Landes stehe.