Eines wurde bei der Vernissage gestern Abend deutlich: "movemënt" wird die Besucher der diesjährigen UNIKA-Skulpturenmesse in St. Ulrich/Gröden verblüffen. Besucher die über 100 Werke der 22 UNIKA-Künstler noch bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr im Tennis Center begutachten.
 | | v.l.: Ewald Moroder, Veronika Stirner Brantsch, Roland Perathoner, Luis Durnwalder, Norbert Insam, Florian Mussner, Gert Lanz und Eugen Hofer |
Der Premierenauftritt der Riesenskulptur vor rund 300
geladenen Gäste, darunter auch Landeshauptmann Luis Durnwalder, war "ein
voller Erfolg", wie die UNIKA-Verantwortlichen erfreut feststellten.
Es
gibt mehrere Schlüsselmomente im Wirken eines Künstlers. Einer davon ist gewiss
jener, in dem das, was er geschaffen hat, dem kritischen Blick des
Publikums zum ersten Mal ausgesetzt wird. Die Vernissage gestern war ein solcher
Moment: Erstmals wurde die Riesenskulptur "movemënt" in voller Größe
präsentiert. "Von der Planung bis zur Enthüllung des Kunstwerks sind mehrere
Jahre vergangen", so UNIKA-Präsident Roland Perathoner.
"Umso mehr haben
wir uns über die äußerst positive Reaktion der Vernissage-Besucher gefreut." Am
meisten hätten sie die Dimensionen der Skulptur aus 50 Einzelteilen beeindruckt:
"Vor einem Zirbelkiefer-Kopf mit über sechs Metern Höhe zu stehen, ist nun mal
kein alltägliches Ereignis", sagt Perathoner nicht ohne Stolz. Bearbeitet wurden
die beweglichen Elemente von Künstlern der UNIKA, die ein Zusammenschluss von 42
Bildhauern und Malern des Tales ist, gleichzeitig aber auch Ausrichter und
Namensgeber der Skulpturenschau.
"Mit der Figur haben wir dem Grödner
Kunsthandwerk ein neues, auffälliges Erscheinungsbild verliehen. Eines das uns
auch außerhalb der Landesgrenzen verstärkt bekannt machen soll." Geplant seien
Präsenzen unter anderem auf der Expo 2015 in Mailand und der Internationalen
Handwerksmesse (IHM) in München. Wer nicht zu den Vernissage-Gästen gehörte,
kann "movemënt" in den vier UNIKA-Ausstellungstagen von 1. bis 4. September
jeweils von 10 bis 19 Uhr bestaunen.
Ein treuer Anhänger der UNIKA seit
der 1. Auflage vor 17 Jahren ist Landeshauptmann Luis Durnwalder. Er hob den
"Mut zur Innovation" der Künstler hervor. "Jedes Jahr lassen sich die Aussteller
etwas Neues einfallen, ´movemënt´ verkörpert genau diese Wandlungsfähigkeit und
den Willen zur Weiterentwicklung, der die Vereinigung auszeichnet." Der
geschätzte Wert der Skulptur liegt bei 150.000 bis 200.000 Euro, inklusive aller
Material- und Arbeitskosten. Von Seiten der Grödner Gemeinden besteht
"grundsätzliches Interesse am Ankauf", wie Ewald Moroder, Bürgermeister von St.
Ulrich sagte: "Die Finanzierung müssen wir noch klären, es ist jedoch in unserem
Sinne, dass der Kopf dem Tal erhalten bleibt."
Die Skulpturenmesse UNIKA,
zu den Ausstellungsstücken zählen auch einzelne Malereien, lockt jährlich rund
5000 Besucher an. Sie zeigt neben "movemënt" ausdrucksstarke Exponate von
Bildhauern aus Glas, Blei, Bronze und Holz in reiner oder kombinierter Form -
puristisch oder mit Blattgold veredelt. Wie die Künstler mit diesem wertvollen
Material umgehen, zeigt vor Ort der Aussteller Battiloro. Seine Silber- und
Blattgoldschätze sind an allen vier Ausstellungstagen genauso zu sehen wie die
Sonderausstellung zu Ehren "Papst Johannes Paul II". Von der Formensprache
erstreckt sich das Repertoire der UNIKA-Mitglieder von sakralen bis hin zu
zeitgenössischen Motiven.
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