"Aber auch in Sexten haben die Betriebe mit der
Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mit
Engpässen in der Liquidität sowie mangelnder Zahlungsmoral zu kämpfen", sagte
der Obmann. Villgrater unterstrich, dass die Betriebe sich fortlaufend
professionalisieren und ihre Stärken besser nach außen kommunizieren.
"Die Nachwuchskampagne 'Karriere mit Lehre' hat, wie schon seit Jahren,
ein positives Echo bei den Jugendlichen und in der Schule gefunden", freute sich
der Obmann. Bei der Aktion haben insgesamt zwölf Betriebe einen "Tag des
Handwerks" an der Mittelschule organisiert und den Schülern das Handwerk näher
gebracht.
Weitere Tätigkeiten des Ortsausschusses im abgelaufenen Jahr
waren die Mitarbeit am Leitbild für Sexten, am Verkehrskonzept und am
übergemeindlichen Entwicklungskonzept "STEP".
Bezirksobmann Gregor Seyr dankte dem Ortsausschuss für den
Einsatz. Seyr zeigte anhand von Zahlen die Entwicklung des Handwerks auf
Bezirks- und Ortsebene auf: Im Oberen Pustertal sind insgesamt 531
Handwerksbetriebe bei der Handwerkskammer gemeldet, in Sexten selbst sind 60
Handwerksbetriebe tätig. "Diese Anzahl ist in den letzten zehn Jahren ziemlich
konstant geblieben, was ein positives Signal ist", betonte Seyr.
Der
Verband versucht mit Professionalisierung in beruflicher und persönlicher
Weiterbildung die Betriebsinhaber für die zukünftigen Herausforderungen zu
rüsten. Verschiedene Formen der Kooperation und Stärkung der unternehmerischen
Kompetenz sind dabei wichtige Schlüssel, unterstrich der Obmann.
Über aktuelle Themen der Wirtschaftspolitik berichtete
LVH-Direktionsassistentin Nadine Pichler. Bei sämtlichen Themen wie etwa dem
neuen Lehrlingsgesetz, den öffentlichen Arbeiten und dem Bürokratieabbau, der
Tourismussteuer oder dem Technologiepark bringe der LVH die Anliegen des
Handwerks ein.
Peter Tratter, stellvertretender Leiter des
LVH-Bezirksbüros in Bruneck, berichtete über Neuheiten im Steuer- und
Arbeitsrecht.
Bürgermeister Fritz Egarter sprach in seinen Grußworten
die neue Immobiliensteuer IMU an. Die Gemeinde werde versuchen, im Rahmen ihres
Spielraumes, eine akzeptable Lösung zu finden. Allerdings sei vom Gesetz
geregelt, dass die Hälfte der neuen Steuereinnahme an den Staat abzuführen sei.
"Bei den öffentlichen Arbeiten wird die Gemeinde versuchen, dass heimische
Betriebe die Arbeiten ausführen", sagte Egarter.
Er spricht den
Handwerkern abschließend Dank dafür aus, dass sie im Verwaltungsrat des
Tourismusvereins sogar einem Pflichtbeitrag zustimmten. Der Bürgermeister hofft,
dass sich beide Wirtschaftssektoren somit gegenseitig
unterstützen.