Um sich dem Thema Strategie zu nähern, präsentierte der
Ausschuss der Junghandwerker zu Beginn die Ergebnisse der Studie "Open
Innovation", zu deren Zweck im Jahr 2008 über 300 Südtiroler Kunden zum Handwerk
befragt wurden. "Grundsätzlich sind die Südtiroler sehr zufrieden mit den
Leistungen unserer Handwerker", so der Junghandwerker-Vorsitzende Martin Haller.
"Allerdings bemängeln viele Befragte die hohen Preise."
Daraus könnten
Handwerker für sich den Schluss ziehen, differenzierte Preislinien anzubieten.
"Denn nicht jeder Kunde braucht höchste Qualität. Viele Kunden sind auch mit der
zweitbesten Lösung zufrieden, solange sie bezahlbar bleibt."
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| Fachtagung der Junghandwerker "Mit Strategie unschlagbar werden" auf
Schloss Maretsch. Im Vordergrund einige Ausschussmitglieder der
Junghandwerker im LVH |
LVH-Vizepräsident Gert Lanz wies
darauf hin, wie wichtig ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen Kunden,
Mitarbeitern, Lieferanten und Banken sei. "Gemeinsam mit den Partnern müssen
Lösungen anstatt Probleme gefunden werden. Sich bietende Chancen müssen
konsequent genützt werden, sonst fährt der Zug an uns vorbei."
Frische Ideen und deren Umsetzung präsentierte der
Designer Martin Oberhauser. "Eine gute Idee ist aber erst dann wirklich gut,
wenn sie auch Geld in die Kasse spült", warnte er. Anhand von verschiedenen
Praxisbeispielen zeigte er die Schritte von der spontanen Produktidee über eine
fundierte Recherche über das geplante Produkt bis hin zum Verkauf auf.
Tipps für
Neugründer
Detailliert zeichnete der 33-jährige Wiener
Unternehmer Wolfgang Ressler und Gewinner der österreichischen Auszeichnung
"Jungunternehmer des Jahres 2009" seine Entscheidung für die Entwicklung eines
Hightech-Produktes zur Stromgewinnung nach. Er riet dem Publikum bei der
Gründung eines Unternehmens sich auf jeden Fall mit Personen in Verbindung zu
setzen, die bereits einmal ein Unternehmen gegründet haben, sowie sofort die
richtigen Partner und Mitarbeiter mit an Bord zu ziehen.
"Nehmt zudem
jeden Euro, den ihr bekommen könnt, an, auch wenn es oft nur kleine Beiträge
sind. Doch diese können später entscheidend sein." Der wichtigste Tipp Resslers
aber war: "Rechnet mit doppelt so hohen Kosten und mit einer doppelt so langen
Entwicklungszeit wie anfänglich geplant."
Ohne Investitionen können Unternehmen nicht überleben.
Allerdings können diese auch zur Falle werden. Wie man die schlimmsten Gefahren
umschifft, erklärte Richard Maria Seebacher, Vizedirektor der Südtiroler
Sparkasse, den jungen Unternehmern. Eine der häufigsten Fehler sei es, nicht
ausreichend Spielraum für Finanzkosten einzuplanen. "Momentan haben wir mit den
niedrigen Zinsen eine komfortable Marktsituation. Allerdings können diese in
Zukunft steigen und dann wird es sehr eng für das Unternehmen."