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22.02.2012     /  Home

Fachtagung der Junghandwerker: "Rechnet mit doppelten Kosten wie veranschlagt!"


Unter dem Motto "Mit Strategie unschlagbar werden" stand die erste Fachtagung der Junghandwerker am Samstag, 2. Oktober 2010 auf Schloss Maretsch in Bozen. Bloß: Wie kommt ein junger oder noch zu gründender Betrieb an eine brauchbare Strategie, die am Ende tatsächlich ein dickes Plus in der Kassa garantiert?

Um sich dem Thema Strategie zu nähern, präsentierte der Ausschuss der Junghandwerker zu Beginn die Ergebnisse der Studie "Open Innovation", zu deren Zweck im Jahr 2008 über 300 Südtiroler Kunden zum Handwerk befragt wurden. "Grundsätzlich sind die Südtiroler sehr zufrieden mit den Leistungen unserer Handwerker", so der Junghandwerker-Vorsitzende Martin Haller. "Allerdings bemängeln viele Befragte die hohen Preise."

Daraus könnten Handwerker für sich den Schluss ziehen, differenzierte Preislinien anzubieten. "Denn nicht jeder Kunde braucht höchste Qualität. Viele Kunden sind auch mit der zweitbesten Lösung zufrieden, solange sie bezahlbar bleibt."

Fachtagung der Junghandwerker "Mit Strategie unschlagbar werden" auf Schloss Maretsch. Im Vordergrund einige Ausschussmitglieder der Junghandwerker im LVH
LVH-Vizepräsident Gert Lanz wies darauf hin, wie wichtig ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Banken sei. "Gemeinsam mit den Partnern müssen Lösungen anstatt Probleme gefunden werden. Sich bietende Chancen müssen konsequent genützt werden, sonst fährt der Zug an uns vorbei."

Frische Ideen und deren Umsetzung präsentierte der Designer Martin Oberhauser. "Eine gute Idee ist aber erst dann wirklich gut, wenn sie auch Geld in die Kasse spült", warnte er. Anhand von verschiedenen Praxisbeispielen zeigte er die Schritte von der spontanen Produktidee über eine fundierte Recherche über das geplante Produkt bis hin zum Verkauf auf.

Tipps für Neugründer

Detailliert zeichnete der 33-jährige Wiener Unternehmer Wolfgang Ressler und Gewinner der österreichischen Auszeichnung "Jungunternehmer des Jahres 2009" seine Entscheidung für die Entwicklung eines Hightech-Produktes zur Stromgewinnung nach.  Er riet dem Publikum bei der Gründung eines Unternehmens sich auf jeden Fall mit Personen in Verbindung zu setzen, die bereits einmal ein Unternehmen gegründet haben, sowie sofort die richtigen Partner und Mitarbeiter mit an Bord zu ziehen.

"Nehmt zudem jeden Euro, den ihr bekommen könnt, an, auch wenn es oft nur kleine Beiträge sind. Doch diese können später entscheidend sein." Der wichtigste Tipp Resslers aber war: "Rechnet mit doppelt so hohen Kosten und mit einer doppelt so langen Entwicklungszeit wie anfänglich geplant."

Ohne Investitionen können Unternehmen nicht überleben. Allerdings können diese auch zur Falle werden. Wie man die schlimmsten Gefahren umschifft, erklärte Richard Maria Seebacher, Vizedirektor der Südtiroler Sparkasse, den jungen Unternehmern. Eine der häufigsten Fehler sei es, nicht ausreichend Spielraum für Finanzkosten einzuplanen. "Momentan haben wir mit den niedrigen Zinsen eine komfortable Marktsituation. Allerdings können diese in Zukunft steigen und dann wird es sehr eng für das Unternehmen."
 

02.10.2010, 00:00

 
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