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12.02.2012     /  Home

"Die Lehre ist für die Jugendlichen ein wertvolles Kapital"


Als Reaktion auf die Kritik an der derzeitigen Lehrlingssituation durch die Gewerkschaft SGB/CISL betont LVH-Präsident Walter Pichler die hohe Attraktivität der Lehre. "Die Ausbildung in einem Handwerkslehrbetrieb ist für die Jugendlichen ein wertvolles Kapital und eröffnet viele Möglichkeiten auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt."

LVH-Präsident Walter Pichler

Jährlich entscheiden sich gut 4500 Jugendliche aus der Fülle an Angeboten bewusst für eine Lehre. "Die Betriebe investieren viel Zeit und Geld in die Ausbildung junger Leute, weil sie hoffen, dadurch einen guten Mitarbeiter zu bekommen", sagt Pichler. "Ein Lehrling ist alles andere als eine billige Arbeitskraft. Die Rechnung geht für die Betriebe nicht immer auf, daher ist der Wille der Handwerker, auf jeden Fall Lehrlinge auszubilden, nur zu begrüßen", so der LVH-Präsident. Auch die Jugendlichen würden den Wert der Lehre erkennen und das Lehrangebot der Betriebe weiterhin gut annehmen. 

Die Anforderungen an die Handwerker sei in den meisten Berufen stark gestiegen, auch aufgrund der technischen Entwicklungen und der höheren Professionalität. "Die Lehrzeiten sind genau den Anforderungen angepasst und betragen je nach Beruf zwischen drei und fünf Jahre", erklärt LVH-Direktor Hanspeter Munter. "Lehrzeiten kürzen wäre absurd, da man den Jugendlichen damit einen Teil der Ausbildung wegnehmen und ihnen am meisten schaden würde." Er weist auch auf die Ausbildung der Lehrlingsausbilder selbst hin, die laufend verbessert werde und auch pädagogische Schulungen beinhalte.

Viel Bewegung auf Arbeitsmarkt

Den Rückgang der Lehrlingszahl in den Jahren 2000 bis 2009 um 431 Lehrlinge auf nun 4496 Lehrlinge sieht man beim LVH gelassen. "Erstens gab es in diesen zehn Jahren auch Anstiege und nur in den Krisenjahren 2008 und 2009 sank die Lehrlingszahl um einige Prozent", erklären Pichler und Munter. "Zweitens ist das Ausbildungsangebot in der Berufsbildung in den letzten Jahren deutlich gestiegen." 

Was sich nach den Zahlen des Amtes für Lehrlingswesen in den letzten zehn Jahren stark erhöht habe, sei der Anteil der Lehrlinge, die nach dem ersten Lehrjahr den Beruf wechseln, sowie jener, die nach dem Lehrende den Betrieb wechseln. "Beide Phänomene sind ein Trend der Zeit", erklärt Pichler. "Heutzutage probieren die Jugendlichen oft mehrere Berufe aus bevor sie sich festlegen, und auch am Arbeitsmarkt gibt es viel mehr Bewegung als früher."

 

02.09.2010, 00:00

 
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