Es war November 2009, als auch in Südtirol die staatlichen
Bestimmungen für öffentliche Arbeiten zur Anwendung kamen. Mit ihnen wurde die
Vergabe deutlich schwieriger und der Zugang zu jenen Arbeiten, die über 500.000
Euro lagen, für Kleinbetriebe praktisch unmöglich.
Der LVH begann eine mühsame Lobbyarbeit, die heute für
alle Handwerker Südtirols als ein Erfolg bewertet werden kann. Im Rahmen der
Arbeitsgruppe "öffentliche Arbeiten", der Helmuth Innerbichler vorsteht, konnten
Vergleichsmodelle der gesetzlichen Regelung vom zuständigen Ministerium in
Österreich und Deutschland herangezogen werden und in verarbeiteter Form den
Südtiroler Gegebenheiten angepasst an die Parlamentarier in Rom weitergeleitet
werden.
"Nicht zuletzt die Tatsache, wonach die Wirtschaft in
ganz Norditalien, als Grenzregion zu Österreich und Deutschland, mit dieser
restriktiven Regelung durch die Finger schaut, durfte in der Argumentation
für die Erhöhung der Grenze für den halbamtlichen Wettbewerb auf 1 Million Euro
ausschlaggebend gewesen sein", freut sich LVH-Vizepräsident Martin Haller.
Tatsache ist, dass die Unterlagen des LVH in das Gesetz eingeflossen sind.
Bei der Tagung anwesend war Landesrat Florian Mussner,
der sich ebenfalls über das gute Zusammenspiel zwischen Landesregierung,
Parlamentariern und Verband freute. Er und der Direktor vom Amt für
Bauaufträge, Georg Tengler, erklärten unter anderem, die Durchführungsverordnung
zum "Kodex der Verträge". Demnach bleibt die Notwendigkeit des DURC's bei
jedem Baufortschritt, bei der SOA wurden neue Kategorien und neue Definitionen
eingeführt, die Möglichkeit der Vergabe der Arbeiten mit Vorprojekt ist
weiterhin gegeben.
Als problematisch für Handwerksbetriebe bleibt die
Qualitätsausschreibung, die mit Kosten und hohem Bürokratieaufwand verbunden
ist.
"Jetzt hoffen die Handwerker, sagte LVH-Vizedirektor
Walter Pöhl, "dass die öffentlichen Verwaltungen, Land und Gemeinden, die neuen
Bestimmungen in kürzester Zeit anwenden und somit eine konkrete
Erleichterung für die Tausenden Kleinbetriebe spürbar wird, die sich nach einer
langen Durststrecke nun verstärkt an den öffentlichen Arbeiten beteiligen
können".