Der Tiefbau ist von den Auftragsrückgängen im Bausektor besonders betroffen. Vor allem bei den öffentlichen Aufträgen verzeichnen die Betriebe starke Rückgange. Vertreter der Tiefbauunternehmer im LVH haben sich zu einem Krisengespräch getroffen, um Auswege aus der prekären Lage zu suchen.
 | | Krisengespräch zwischen Tiefbauern und LVH-Führung (v. l.): LVH-Vizedirektor Walter Pöhl, die Berufsbeiräte Luis Fischer und Roland Ploner, Obmann der Tiefbauer Anton Maier, LVH-Präsident Gert Lanz und Direktor Thomas Pardeller. |
LVH-Präsident Gert Lanz und der Obmann der Tiefbauer Anton
Maier appellieren an die Politik, Maßnahmen zu setzen, um den Verlust von
Arbeitsplätzen zu verhindern.
"Wir brauchen endlich Signale der Politik,
dass sie die Probleme bei der Auftragsvergabe im Tiefbau erkennt und
versprochene Schritte umsetzt", sagt Lanz.
Die Tiefbauer fordern den
Vorzug kleinerer Aufträge und den Aufschub von Großprojekten. Zudem sollen
Tiefbau- und Erdbewegungsarbeiten getrennt ausgeschrieben werden. "Dadurch
können sich Tiefbaubetriebe an Ausschreibungen beteiligen und Aufträge erhalten;
die lokalen Wirtschaftskreisläufe werden gestärkt.", erklärt Lanz.
Der Tiefbausektor beschäftigt rund 1200 qualifizierte
Mitarbeiter im Handwerk. Der Berufsgemeinschaft zufolge sind bis zu 300
Arbeitsplätze durch die starken Auftragsrückgänge gefährdet. "Südtirol hat aber
noch die Möglichkeit und kann Maßnahmen gegen die negative Entwicklung bei den
öffentlichen Aufträgen ergreifen", sagt Lanz.
Der LVH-Präsident zieht
Parallelen zu den angekündigten Entlassungen rund um die MEMC-Werke in Sinich.
"Bei den öffentlichen Aufträgen können wir jetzt noch handeln. Das ist allemal
besser als später Mitarbeiter entlassen zu müssen", so
Lanz.
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