Sowohl aus den Zahlen der Landesabteilung Arbeit als auch der Landesabteilung Berufsbildung geht hervor, dass die Lehrlingszahl in den vergangenen neun Jahren gesunken sind, und zwar im Schnitt um 1 Prozent pro Jahr. Allerdings beendet ein Drittel der Lehrlinge die Ausbildung nicht.
Am Beispiel Lehrlingszahlen zeigt sich die Komplexität der Statistik:
Aufgrund verschiedener Berechungsmodi der zwei Landesabteilungen ergeben sich
Unterschiede im Ergebnis. Klar ist aber: Die Anzahl der Lehrlinge sank in den
vergangenen neun Jahren. "2007 gab es noch einen Anstieg der Lehrlingszahlen um
3,3 Prozent, in den beiden Krisenjahren 2008 und 2009 ist die Zahl der Lehrlinge
dann wegen der Wirtschaftskrise etwas gesunken, aber in Anbetracht der
wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch sehr stabil geblieben", erklären
LVH-Präsident Walter Pichler und Direktor Hanspeter Munter und unterstreichen
damit die Leistung der Lehrbetriebe.
Das Sinken der Lehrlingszahlen
erklärt sich Peter Duregger, Direktor der Landesabteilung für deutsche und
ladinische Berufsbildung, unter anderem damit, dass Jugendliche, die
einen praktischen Beruf erlernen wollen, heutzutage mehrere Möglichkeiten haben.
"Viele Jugendliche besuchen zuerst eine Berufsfachschule und absolvieren dann
eine verkürzte Lehre." Eine praktische Berufsausbildung ist für Südtirols
Jugendliche nach wie vor sehr attraktiv: Die Anzahl der Berufsschüler an der
Gesamtschülerzahl der Oberstufe ist so hoch wie nie. Vollzeitausbildungen werden
also immer beliebter.
Zahl der Lehrlings im ersten Lehrjahr
konstant
2009 gab es in Südtirol insgesamt 4.496 Lehrlinge. "Das
sind 413 Lehrlinge weniger als vor neun Jahren", so Munter, der auch darauf
verweist, dass "die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr nahezu konstant
geblieben" ist. Mit Blick auf die einzelne Berufe und Branchen gab es in den
letzten neun Jahren auch Anstiege der Lehrlingszahl, so z. B. bei den Maurern
und Frisören bzw. im Baugewerbe, Gesundheits- und Nahrungsmittelsektor. Genauer
zu untersuchen sei die gestiegene Zahl der Lehrabbecher. In manchen Berufen ist
die Zahl hingegen stark gesunken: So ist die Zahl der Tischlerlehrlinge seit
2000 um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Trotzdem bleibt der Beruf
"Tischler" nach wie vor der am häufigsten gewählte
Lehrberuf. "Insgesamt bereitet uns die Entwicklung der
Lehrlingszahlen keine Sorgen, aufgrund der Konjunktur und der demographischen
Daten gibt es von Jahr zu Jahr leichte Schwankungen von einigen Prozenten nach
oben oder unten", so Pichler und Munter, "vielmehr belegen die heute
veröffentlichten Zahlen, dass die duale Lehrlingsausbildung in Betrieb und
Berufsschule nach wie vor attraktiv und eine beliebte Ausbildungsform bei den
Jugendlichen ist und ihnen eine fundierte praktische und theoretische Ausbildung
gibt, die am Arbeitsmarkt gefragt ist."
Durch bessere Bedingungen
für die Lehrbetriebe ließe sich die Zahl der Lehrlinge sogar noch steigern,
zeigt man sich beim LVH überzeugt. Beispiel: "Der Weg zur Berufsqualifizierung,
egal ob über die duale Ausbildung oder über die Berufsfachschulen, muss von
gleicher Dauer sein. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Fachschule um
eine zweijährige Lehre zu erweitern", fordert LVH-Präsident
Pichler. Die neueste Ausgabe von "Berufsbildung in Zahlen": Die
Lehrlingsausbildung in Südtirol kann auf der Homepage der Berufsbildung unter
"Publikationen" unter www.provinz.bz.it/berufsbildung heruntergeladen
werden.
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