Frauen im Handwerk: ein unverzichtbares Netzwerk

Knapp 100 Frauen aus dem ganzen Land waren heute zum Neujahrsempfang der Frauen im lvh in das Haus des Handwerks in Bozen gekommen. Der Netzwerkgedanke aber auch die Rolle der Frau im Unternehmen standen dabei im Mittelpunkt.


Frauen gehen weiter in Führung - auch in Südtirol. Das weibliche Geschlecht nimmt im Handwerk gleich mehrere Rollen ein: es handelt sich entweder um Unternehmerinnen, um mitarbeitende Familienmitglieder oder einfach nur um Ehefrauen, die ihm Hintergrund die Fäden ziehen. „Die Rolle der Frau ist so vielfältig wie das Handwerk. Frauen haben die Eigenschaft, alles was sie anpacken mit Vision und Leidenschaft anzugehen. Ihre besondere Stärke liegt im Netzwerken“, betonte die Vorsitzende der Frauen im lvh Marlies Dabringer.
Der Netzwerkgedanke gehört seit der Gründung der Frauengruppe im lvh in den 80er Jahren zu den zentralen Anliegen. „Ein gutes Netzwerk ist die Basis für eine starke Interessensvertretung“, erklärte auch lvh-Präsident Gert Lanz, „Frauen haben häufig andere wertvolle Sichtweisen, die den Blick aus einer völlig anderen Perspektive ermöglichen.“ Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich die wichtige Rolle der Frauen im Handwerk, die tagtäglich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Sowohl Lob als auch Dank wurde der starken Frauengruppe von der Kammerabgeordneten zum Römischen Parlament Renate Gebhard sowie von den Landesrätinnen Waltraud Deeg und Martha Stocker ausgesprochen.


Frauen in Führungspositionen – Eine Studie aus Südtirol
Höhepunkt der Veranstaltung war die Vorstellung der Masterarbeit von Greta Kompatscher, die untersucht hat, welche Faktoren Töchter an einer erfolgreichen Nachfolge im Familienbetrieb hindern oder helfen. Fokus legte sie dabei auf männerdominierte Branchen im Handwerk. „Meine Untersuchung hat ergeben, dass die Anerkennung von weiblichen Führungskräften zwar steigt, aber noch keine Gleichberechtigung herrscht. Hindernisse bzw. Diskriminierung erfahren junge Frauen vor allem von Mitarbeitern und Stakeholder im hohen Alter und/oder aus anderen Kulturen“, berichtete Kompatscher. Vermieden werden könnten solche Situationen durch klar definierte Positionen im Betrieb für potentielle Nachfolger, Expertenwissen als Schlüssel zur Legitimität und die Stärkung des Ichbewusstseins, welches sich positiv auf den Führungsstil auswirke.
Neu definiert haben die Handwerkerfrauen im Rahmen einer Klausurtagung im Herbst 2017 konkrete Herausforderungen und Ziele der Frauengruppe. Unter der Leitung von Coach Marialuise Schmid wurden klare Schwerpunkte erarbeitet, welche Schmid beim Neujahrsempfang vorgestellt hat. Neben dem Netzwerkgedanken zählt auch zukünftig das Thema rund um die soziale Absicherung, vom Mutterschutz bis zur Rente zu den Schwerpunkten der Gruppe. Dies, so die einstimmige Meinung der Frauen, würde mehr Frauen für die Wirtschaftswelt und die vielseitigen Arbeitsmöglichkeiten im Handwerk begeistern.

Pionierinnen des Südtiroler Handwerks
Im Rahmen des Netzwerktreffens wurden jene Frauen geehrt, welche zu den Gründerinnen der Frauengruppe gehören. Dazu zählt in erster Linie Traudi Götsch, die erste Landesobfrau, die 20 Jahre (1984 bis 2004) wertvolle Aufbauarbeit für die Frauen im Handwerk geleistet hat. Auf sie folgte Rosmarie Aster, die ebenso mit großer Leidenschaft und Engagement die Belange der Handwerkerfrauen vorantrieb. Geehrt für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Bezirksobfrauen wurden Petra Holzer, Waltraud Haller, Maria Wallnöfer, Maria Barth, Inge Hellweger, Trude Jablonsky, Hedwig Thaler, Walburg Waldner, Daniela Hofer und Stella Falcomatà.

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