Bürokratieabbau: Landesrätin Deeg trifft Wipptaler Unternehmer

Nachdem sich bereits Landesrätin Martha Stocker persönlich bei einem Betriebsbesuch im Wipptal ein Bild über die Problematiken hinsichtlich der Arbeitssicherheitskontrollen gemacht hat, ist nun auch Landesrätin Waltraud Deeg der Einladung de Handwerker in die Gröbmer GmbH gefolgt. Das Thema des Treffens: die Bürokratieüberlastung, die besonders kleine Betriebe immer öfter an den Rand der Existenz treibt. Mit konkreten Beispielen wurde auf die Vielzahl der Auflagen hingewiesen und Lösungen vorgeschlagen.

buerokratieabbau wipptal_800Das vom Bezirksausschuss der Wipptaler Frauen im lvh organisierte Treffen mit Landesrätin Waltraud Deeg hatte das Ziel, im direkten Austausch auf die Vielzahl der bürokratischen Auflagen aufmerksam zu machen und Anstöße zur Vereinfachung zu geben. Dazu wurden vorgestern in der Gröbmer GmbH, einem Fachbetrieb für Maschinenbaumechanik in Sterzing, die Fakten wortwörtlich auf den Tisch gelegt und greifbar gemacht: die Gastgeberfirma sowie Bauunternehmer Klaus Gschwenter und weitere Handwerker und Handwerkerinnen aus dem Bezirk veranschaulichten anhand ihrer Bürounterlagen die Fülle der Papierarbeit, die sie bei der täglichen Arbeit bewältigen müssen. Zwischen ausführlichen Einsatzsicherheitsplänen, kostspieligen Auffrischungskursen, uneinheitlichen Vergabeverfahren bei Ausschreibungen und umständlichen Pflichtmessungen wurde die Frage in den Raum gestellt, wo dabei die Zeit für die eigentliche Arbeit bleiben soll. Waltraud Deeg bedankte sich für die Inputs der Handwerker und bedauerte, dass sehr viele Angelegenheiten an die staatlichen Vorgaben gebunden seien. Deshalb sei es für sie vorrangig, die Spielräume, die auf Landesebene existieren, so gut wie möglich auszunutzen. Seit ihrem Amtsantritt 2014 sei sie darum bemüht, die Prozesse auf breiter Ebene zu vereinheitlichen und zu vereinfachen, was aber auch seine Zeit benötige. Viele Beispiele führte auch Petra Holzer, Bezirksobfrau der Wipptaler lvh-Frauen, an und konkretisierte: „Vor einigen Jahren bestand die Zusatzgenehmigung für die Beschäftigung Minderjähriger aus zwei Seiten. Mittlerweile sind es fünf bis sechs." Sie betonte, dass der Bürokratieaufwand auch immer mit Kosten verbunden sei: Entweder seien Stempelmarken zu beschaffen oder Briefe mit Einschreiben zu versenden, weil PEC-Mails nicht akzeptiert würden. Am Ende der Diskussion wünschten sich die Anwesenden vor allem eine größere Wertschätzung und Absicherung der Klein- und Mittelbetriebe des Südtiroler Handwerks. Ebenfalls unter den Gästen der Versammlung waren Edith Gander, Vertreterin der Stadt Sterzing und Transportunternehmerin, Stefan Gufler, Bürgermeister von Pfitsch, und Peter Faistnauer, Bürgermeister von Freienfeld. Auch Marlies Dabringer, die Landesvorsitzende der lvh-Frauen brachte ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag in die Gesprächsrunde ein. Einen großen Dank sprachen die Organisatoren der Gröbmer GmbH und im Besonderen Maria Theresia Gröbmer für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Verköstigung nach der Diskussion aus.

Im lvh Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister wird man die Kritikpunkte nun zusammenfassen und auf ihre Durchführbarkeit prüfen, um dann gemeinsam mit der Landesrätin und den zuständigen Ämtern Vereinfachungen umzusetzen.

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