Meistertreffen Sterzing: „Einfach tun! Anderes gibt es nix!"

Über 400 Mitglieder zählt er inzwischen, der Südtiroler Meisterbund, der im Jahr 2014 gegründet wurde. Alle zwei Monate finden Themenabende statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Dies wurde auch beim letzten Treffen in Sterzing deutlich, wo sich rund 50 Teilnehmer unter dem Motto „Lehrlinge optimal ausbilden und fördern" einfanden, um sich zu informieren, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Das Thema des Meistertreffens war dabei nicht zufällig gewählt, beschäftigt die Mader GmbH, in der der Meisterbund letzten Freitag zu Gast war, 20 Lehrlinge und 5 Meister bei rund 130 Mitarbeitern. Firmenchef Thaddäus Mader freute sich über die vielen Gäste und lobte die Bemühungen des Meisterbundes, in allen Bezirken des Landes interessante Veranstaltungen anzubieten. Dies griff auch Obermeister Martin Haller in seiner Ansprache auf und hob hervor, dass es von Anfang eines der Hauptanliegen des Bundes war, in den Bezirken präsent zu sein und durch Betriebsbesuche die vielfältige Wirtschaftswelt Südtirols aufzuzeigen. „Vor Kurzem wurde das neue Lehrlingsgesetz verabschiedet. Auch wenn durch dieses Gesetz nun die Durchlässigkeit der Bildungswege ermöglicht wurde und die Berufsmatura die Chance zum Hochschulstudium eröffnet, so ist der höchste Bildungsgrad bei den Lehrberufen immer noch der Meisterbrief", betonte Haller und kündigte an, dass demnächst der Meistertitel auch für weitere Berufe angestrebt wird, beispielsweise in der Landwirtschaft.



"Dann kommt auch das Glück"

Im Anschluss veranschaulichte Betriebsinhaber und Installateurmeister Peter Mader den beeindruckenden Werdegang seines Unternehmens. „Zuerst habe ich Schläuche verkauft und Rohre ausgebessert. Dann habe ich die Meisterprüfung absolviert und gemeinsam mit meinem Bruder Thaddäus versucht, den Betrieb zum Laufen zu bringen", schildert er die Anfänge seines Berufslebens. Mit den Jahren wuchs das Unternehmen und damit auch der Mut, sich für größere Projekte zu bewerben und Risiken einzugehen. „Ich wünschte, ich möchte, ich könnte... Das bringt einen nicht weiter", so Mader. „Tun! Anderes gibt es nix! Dann kommt auch das Glück", brachte er seine Betriebsphilosophie abschließend auf den Punkt.

Sich der Verantwortung bewusst werden

Ingrid Daprá lieferte zum Abschluss der Veranstaltung interessante Impulse zur optimalen Ausbildung und Förderung von Lehrlingen. „Wenn man bereit ist, Lehrlinge in seinen Betrieb aufzunehmen, dann bildet man sich auf der einen Seite nicht nur selbst die eigenen Fachleute aus, sondern gibt einem jungen Menschen auch die Chance, sich zu beweisen und zu entwickeln", so Daprà. „Lehrlinge ausbilden ist anspruchsvoll. Es braucht nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch soziales Engagement und Verständnis für die Bedürfnisse der Jugendlichen", unterstrich sie und betitelte es als eine besondere Aufgabe für den Meister, sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe bewusst zu sein, die einen Lehrling nicht nur für sein Berufsleben prägt.
Im Anschluss wurde bei einem kleinen Buffet mit Umtrunk ausgiebig diskutiert, Kontakte geknüpft und bereits ein Wiedersehen beim nächsten Meistertreff beschlossen, der voraussichtlich in Bozen stattfinden wird.

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