Bezirk Klausen: Hoffen auf das neue Vergabegesetz

Elektronische Fakturierungen, Split Payment, Reverse Charge – das waren nur einige der Themen, die bei der lvh-Bezirksversammlung von Klausen an der Tagesordnung standen. Auch die öffentlichen Ausschreibungen und das neue Vergabegesetz wurden beim Treffen diskutiert. Von den Neuigkeiten aus dem EU-Parlament berichtete Abgeordneter Herbert Dorfmann.

bv klausen_lanz_gert_800Bezirksobmann Gottfried Krapf ging in seiner Ansprache auf die zahlreichen Veranstaltungen ein, die im Bezirk Klausen veranstaltet werden. „Den Höhepunkt des Jahres stellen sicher die Eisacktaler Wirtschaftstage „ewita" dar. Aber auch das Althandwerkerfest, das am 12. Juli in Latzfons über die Bühne gehen wird, lockt sicher wieder zahlreiche Besucher aus dem ganzen Land an", informierte Krapf die Anwesenden.
lvh-Präsident Gert Lanz ging auf die wirtschaftlichen Brennthemen ein und sprach von Qualitätsverfall, dem Lehrlingswesen und der Belastung durch widersinnige Neubestimmungen wie „Split Payment, „Reverse Charge" oder die elektronischen Fakturierungen. Er erläuterte auch die Grundzüge des neuen Vergabegesetzes, das noch 2015 in Kraft treten soll. „Für das neue Gesetz, das derzeit ausgearbeitet wird, hat der Verband Rahmenbedingungen aufgestellt und wir hoffen, dass damit endlich die von der Politik versprochenen Erleichterungen für unsere Betriebe geschaffen werden", so Lanz.

Abschaffung von Split Payment möglich

"Die globale Krise, die 2008 ihren Anfang nahm, ist in Südtirol zwar erst später eingetreten, jedoch ist sie mittlerweile auch spürbar, besonders im Bausektor", erklärte EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann. Er hob er hervor, dass viele Staaten hoch verschuldet und nicht mehr wettbewerbsfähig seien. „Auch Italien gehört da dazu. Beim Ausbildungssystem, den Infrastrukturen, dem Justizsysteme usw. wurde Vieles versäumt", bedauerte Dorfmann. Er wies aber darauf hin, dass in Brüssel derzeit versucht wird, die Bestimmung zum „Split Payment" zu revidieren, da sie in Italien nicht rechtskonform ist.

Für Gemeinden auch große Herausforderungen

Die Maßnahme zur Abschaffung des Split Payment wurde von Bürgermeisterin Maria Gasser Fink sehr begrüßt, die die neue Bestimmung als eine Katastrophe betitelte. „Bei den Ausschreibungen sei die Gemeinde stets bemüht, zuerst die ortsansässigen Betriebe zu berücksichtigen.
Stefan Leiter, der Bürgermeister von Lajen bedauerte die hohe Bürokratielast. „Das System ist zwar transparenter geworden, jedoch ist gleichzeitig auch der finanzielle und zeitliche Aufwand stark angestiegen." Außerdem sprach er den Verbänden eine wichtige Rolle zu, weil sie die Stimmen ihrer Mitgliedsbetriebe sammeln, aufarbeiten und bündeln.
"Die Ausschreibungen sind für die Gemeinden leider oft eine große Herausforderung und vor allem die Rechtsunsicherheit bereitet Probleme", sagte Walter Baumgartner, Bürgermeister von Villanders. Des Weiteren war er der Meinung, dass durch die Pflicht zur elektronischen Fakturierung bei Rechnungen an die öffentliche Verwaltung den Betrieben eine weitere Last aufgebürdet wurde. Er fügte an, dass deshalb einige Firmen nicht mehr mit der öffentlichen Hand zusammenarbeiten möchten, um Zeit und Kosten zu sparen.

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