Handwerk Villnöss: „2015 muss endlich etwas passieren!"

Die schwierigen Rahmenbedingungen, die sich für die Südtiroler Kleinbetriebe immer weiter verschärfen, waren kürzlich großes Thema bei der lvh-Ortsversammlung von Villnöss. Außerdem gab ein Gemeindevertreter beim Treffen Aufschluss über die Kriterien zur Vergabe der öffentlichen Arbeiten und die Anwesenden hörten einen Vortrag über aktuelle Wirtschaftsentwicklungen und Trends im Bankwesen.

villnoess ov_800„Jeder hat großen Einsatz gezeigt und die Zusammenarbeit in unserem Ortsausschuss ist sehr gut", freute sich Grottfried Krapf, der lvh-Ortsobmann von Villnöss. Er bedauerte aber, dass sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen immer weiter erschweren und die Reingewinne bei den geleisteten Arbeiten immer geringer werden. „2015 muss endlich etwas passieren. Die Steuerlast und die Energiepreise müssen dringend gesenkt werden", betonte Krapf. Außerdem appellierte er an die Anwesenden, bei den kommenden Gemeinderatswahlen im Sinne des Handwerks zu stimmen, damit die Anliegen und Probleme auch in der Gemeindestube besser vorangebracht werden können.

Zusammenarbeit mit Landesregierung schwierig

„Wir sind ein wichtiges Fundament der Südtiroler Wirtschaft", waren die Worte des lvh-Präsidenten Gert Lanz. „Aber die Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung gestaltet sich zurzeit schwierig." Bei den Förderungen seien 85% der Unternehmen ausgeschlossen worden, Beiträge gebe es nur für Internationalisierung und Innovation. Lanz unterstrich aber, dass Förderungen für die Kleinbetriebe unbedingt notwendig seien. „Vor allem bei der Jugendausbildung bräuchten unsere Unternehmen vermehrt Unterstützung", so Lanz und rief die anwesenden Handwerker auf, trotz der schwierigen Lage, doch Lehrlinge aufzunehmen. „Denn handwerkliches Können hat Zukunft! Wir müssen unserer Jugend aber auch die Chance geben, sich beweisen zu können!", sagte der lvh-Präsident.

Qualität vor Preis

„Die 54 Handwerksunternehmen von Villnöss sind eine wichtige Säule der Wirtschaft in unserem Dorf", betonte Vizebürgermeister Hansjörg Messner. „Die Gemeindeverwaltung ist immer bemüht, die lokalen Betriebe zu unterstützen", versicherte er. Bei den Ausschreibungen würden in erster Linie die Kriterien „Qualität vor Preis" und „Aufträge im Tal vergeben" zählen. Er sprach die Hoffnung aus, dass sich die Landesregierung in Zukunft weitere Kompetenzen für Südtirol sichern kann, um sie dann zu Gunsten der ansässigen Wirtschaftstreibenden ausspielen zu können.

Bürokratie auch für Banken hoch

Raiffeisendirektor Günther Nitz gab Aufschluss über aktuelle Wirtschaftsentwicklungen und Trends im Bankwesen. „Auch die Banken haben mit immer mehr Bürokratie zu kämpfen. Die Auflagen erhöhen sich und treiben auch die Geldinstitute zu Fusionen, Schließungen oder dem Abbau der Mitarbeiter", so Nitz. Auch das Online-Banking ist auf dem Vormarsch. „Es stellt sich die Frage, ob es in Zukunft überhaupt noch Filialen braucht", sagte der Raiffeisendirektor. „Ihnen wird vermutlich verstärkt nur mehr die Beraterrolle zukommen."

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