Bürokratieabbau Brixen: "Gesetze mit kurzer Lebensdauer"

Jugendschutz, Arbeitssicherheit, Bürokratie – um diese drei Themen ging es kürzlich bei einem Treffen zwischen Eisacktaler Unternehmern und Landesrätin Waltraud Deeg. Kritisiert wurden immer wieder neu eingeführte Gesetze, die für Kleinbetriebe nahezu unstemmbar sind.

Die Gäste des Treffens mit Landesrätin Waltraud DeegEs sind immer dieselben Belastungen, mit denen Südtirols Handwerksbetriebe konfrontiert sind: die unendlichen bürokratischen betrieblichen Aufwände, die strengen Arbeitssicherheitsregelungen, vor allem aber die kurzlebigen Gesetze im italienischen Stiefelstaat. „Gesetze werden in Italien meistens für Großbetriebe ausgelegt, welche dank interner Abteilungen keine großen Probleme haben, den zunehmenden Bürokratieaufwand zu stemmen. Für jeden Kleinbetrieb werden solche Bestimmungen allerdings zur Herkulesaufgabe“, unterstrich Marlies Dabringer, Vorsitzende der Frauen im lvh und Gastgeberin der Veranstaltung. Anhand von praktischen Beispielen und konkreten Fällen veranschaulichten die Handwerker der zuständigen Landesrätin Waltraud Deeg ihren täglichen Arbeitsaufwand. Schwerpunktthema war – wie auch bei den Treffen in anderen Bezirken – die Arbeitssicherheit und die damit verbundenen Auflagen wie zum Beispiel die Risikobewertung oder die strengen Bestimmungen im Bereich Jugendschutz, vor allem hinsichtlich der 7-Stunden-Arbeitszeit. „Gerade wenn Dienstleistungen im Außendienst erbracht werden oder die Lehrlinge auf auswärtigen Baustellen arbeiten, ist es schwierig, diese Zeiten einzuhalten. Selbst der Lehrling kommt sich dumm vor, wenn ihm gesagt wird, er soll sich nach den sieben Stunden hinsetzen und warten bis die anderen Mitarbeiter mit ihrer Arbeit fertig sind“, erklärte eine anwesende Handwerkerin.

Fortlaufende neue Bestimmungen sorgen für Unsicherheit

In Italien sei die italienische Gesetzgebung aber ein grundsätzliches Problem, so die einhellige Meinung der anwesenden Wirtschaftstreibenden, zumal den Betrieben fortlaufend neue Bestimmungen auferlegt werden und dies für große Unsicherheit in den Betrieben sorgt. Jeden Tag müsse man mit neuen gesetzlichen „Ideen“ rechnen, die von den Kernaufgaben des Handwerks abhalten: gute Arbeit zu leisten, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und Fachkräfte auszubilden. „Wie sollen wir jungen Menschen das Handwerk schmackhaft machen, wenn immer neue Auflagen auf uns zu kommen“, fragt sich Dabringer. Kritik äußerten die Handwerker auch hinsichtlich zeitaufwändiger und verpflichtender Umfragen von Seiten diverser Institutionen wie zum Beispiel des ASTAT, ISTAT u.ä. sowie die Abschaffung der Voucher. Sinnvoll und positiv aufgenommen sowohl von Unternehmern als auch von Jugendlichen wird hingegen die Möglichkeit von Betriebspraktika, welche am geeignetsten seien, die junge Generation der Arbeitswelt anzunähern. Im Rahmen der Aussprache wurde vorgeschlagen, diese Chance verstärkt auch an Oberschulen zu kommunizieren

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